Jakobus – Stück erlebt Premiere
Am 8. Mai 2008 wurde das Mysterienspiel „Jakobus – Stationen
einer Sehnsucht“ in der Abteikirche aufgeführt. Als Erstes begrüßte Herr
Scheller in einer Rede Armin Hackl, der zusammen mit Peter Olschina und Markus
Binzenhöfer das Stück verfasst hat. Dann kam ein Kanon mit Text von Friedrich
Schiller zum Einzug.
Das Spiel war in fünf Handlungsebenen eingeteilt:
1. Ebene: Der Apostel Jakobus wird vom heidnischen Zauberer
Hermogenes
gefangen genommen, der die Menschen manipuliert. Er kann
aber mit einer Predigt den Zauberer, seinen Gehilfen und das ganze Volk zum
Glauben an Jesus Christus führen und wird freigelassen. Doch König Herodes
ärgert der Sinneswandel und er lässt Jakobus hinrichten.
P. Dominikus Trautner spielte hierzu zwei Orgelstücke,
außerdem stellte eine Tanzgruppe aus Mädchen der Mittelstufe die Menschen dar,
die in Trance dem Zauberer folgen.
2. Ebene: Kanonikus Hugo stellt im Mittelalter die Legende
des hl. Jakobus zusammen und kommentiert die ersten Massenwallfahrten nach
Santiago und deren Bedeutung.
3. Ebene: Mittelalterliche Pilgerlieder zeigen, wie das
Pilgern von den Menschen verstanden wird. Unter der Leitung von Br. Jeremia Schwachhöfer werden diese
Lieder von der Schola der Mönche gesungen.
4. Ebene: Die modernen Pilger
werden mit ihren
unterschiedlichen Gefühlen gezeigt. Unterstützt werden sie
von Engeln, die sie
auf Erfahrungen wie z.B. die Botschaften ihrer Träume aufmerksam
machen. Die Engel werden, unterstützt von Orgel, Gitarre,
Klarinette
und Geige, von einer Tanzgruppe des EGM dargeboten.
5. Ebene: Die moderne Welt wird mit Textausschnitten aus
Werbung eingebracht, was symbolisieren sollte, dass auch heute hier auch in das bekannte Kirchenlied „Der
Geist des Herrn erfüllt das All“. Der Schulchor integriert die Komposition von Markus
Binzenhöfer in drei Sequenzen in das Stück.
Man kann wirklich, ohne lügen zu müssen, sagen, die
Aufführung sei ein voller Erfolg gewesen. Allerdings war es auch schwer zu
verstehen, kein Wunder, wenn das Stück „Mysterienspiel“ heißt: Es ist
geheimnisvoll! Das Stück beginnt zwar mit dem Leben des heiligen Jakobus und
endet mit der Ankunft der heutigen Pilger, dazwischen aber gibt es Rückblenden
und akrobatische Einlagen, die die
Chronologie durchbrechen. Besonders beeindruckend waren jedoch die technischen
Effekte, für die Michael Aust verantwortlich war, und überhaupt die perfekte
Organisation. Ca. 100 Schüler, Lehrer und Mönche waren beteiligt.
Julian Finkel