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    Der neue Peer-Video-Check
    dreht sich rund um die Vorbereitungen
    des Musicals!

 

 

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    Abtei; EGM; Sonstiges







    (Foto:© Nicolas Kunath)

    Denn sie wussten nicht, was sie tranken

    Fortsetzung: Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben...

    „Weiß irgendjemand, wann das Zeug endlich zu Mousse wird?“ Christina hat einige Packungen Mousse au Chocolat in einer großen Schüssel mit reichlich Milch vermengt. Die braune Substanz weigert sich partout eine sämige Konsistenz anzunehmen. Die Mousse will nicht zu Mousse werden, Christina stellt den Rührbesen auf höchste Stufe. Als nach einiger Zeit der Nachtisch von den Natursteinwänden tropft, gibt sie enttäuscht auf und deponiert Schüssel und restlichen Inhalt im Kühlschrank. Bine weint, Leo flucht. Ihr machen der Saft der Zwiebeln zu schaffen, ihm die Bändigung einer störrischen Salatgurke. Schließlich trifft ein zweiter Vertreter der PEER-Redaktion ein: Simon stürzt sich ins Geschehen. Mit könnerischem Blick öffnet er den Gewürzschrank, eine Dose Zucker fällt ihm in die Hände. Noch bevor Leo den konzentrierten Blick von seiner unter Kontrolle gebrachten Gurke wenden kann, hat Simon drei Esslöffel des süßen Pulvers in der Salatsoße versenkt. „Macht man das in ‚Aschebersch’ nicht so?“ Inzwischen nehmen die Zutaten für das Hauptgericht immer mehr ab. Bine kann sich nicht zurückhalten, Speckwürfel für Speckwürfel, Champignon für Champignon fallen ihrem Naschtrieb zum Opfer. Schlussendlich jedoch blubbert das Mahl auf dem Herd, Salat und Nachspeise haben unter Aufwand riesiger Mengen von Gewürzen und Wasser ein genießbares Stadium erreicht.

    „Den fand ich gut“

    Einen Natursteinkeller, ehemals zum Verstauen von Futterrüben benutzt und jetzt mit Leuchtern und Fußbodenheizung ausgestattet, hat Familie Drescher liebevoll für uns dekoriert. Auf einer langen Tafel stehen stilvoll in Position gebracht Gläser für Rotwein, Weißwein und Wasser. Die letzten Trauben der Saison bilden die Tischdeko. Kerzen tauchen den Raum in ein gedämpftes, gemütliches Licht. Auf einem Schemel in der Ecke steht in breiten Karaffen, wovon vor allem Bine, Christina und Leo an jenem Abend einen Eindruck bekommen sollen: Einen Müller-Thurgau des Jahrgangs 2005, ein roter Cuvéewein aus dem Jahr 2004 sowie die Spezialität des Hauses, ein heller Wein aus roten Trauben mit dem malerischen Namen „Pinot Meunier“. Norbert Drescher greift sich eine der Karaffen und bezieht neben der Tafel Position, an der wir uns niedergelassen haben. Die Stimmung ist gespannt, die drei Probanden hoffen, keinen fachkundigen Kommentar zum Wein abgeben zu müssen. Detailliert zeichnet der Chef des Weinguts den Charakter der drei Weine nach, von „ausgewogen“ bis „fruchtig-feingliedrig“ und überlässt uns das Feld. „Genießt den Wein und vor allem den Abend“, Norbert Drescher zieht sich zurück. Gleich der erste Wein schlägt ein. Der fränkische Standard, Müller-Thurgau, überzeugt. Nicht zu kompliziert, feine Süße. Der Einstieg ist geglückt, die erste Karaffe verliert rasch an Inhalt. Wein Nummer zwei. Leos Gesicht bleibt ernst, Christina lässt den Inhalt ihres Glases skeptisch mit schwingenden Bewegungen rotieren, Bine vertieft sich in die Rigatoni. Der „Cuvée Rot“ ist kein unkomplizierter Wein, ein wenig herb, fränkisch eben. Irgendjemand scheint in der Zwischenzeit am Stundenzeiger gedreht zu haben, die Zeit verrinnt rasend, die Stimmung steigt. Simon packt, sehr zum Leidwesen Bines, die ersten Blondinenwitze des Abends aus, mit Leo schwimmt er voll und ganz auf einer Linie. Gemeinsam provozieren sie einen Lachkrampf nach dem anderen, doch noch wartet der letzte Wein.

    Mission erfüllt

    Riechen, schwenken, wieder riechen. Leo, Christina und Bine beherrschen die Standards des Weinverkostens mittlerweile aus dem Stehgreif, die Mission scheint zu glücken. Die drei beginnen sogar, über die Unterschiede der drei Weine zu philosophieren. Zwar werden die Sätze mit fortschreitender Stunde immer länger und undurchschaubarer, doch schließlich fragt Leo bewusst nach einer Flasche „Secco Rosé“, um den Abend ausklingen zu lassen. „Den fand ich gut“. Noch bis spät in die Nacht stehen wir mit Wein- oder Sektgläsern in der Hand im Hof des Weinguts, unterhalten uns über Gott und die Welt, d. h. Franken. Stolz blicke ich in mein Glas, fühle mich als hätte ich einem Kind das Laufen beigebracht, Dankbarkeit über meine Heimat macht sich in mir breit. Ein Hoch auf den Frankenwein. Prost.

    18.5.2007
    Nicolas Kunath


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