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    Abtei; EGM; Sonstiges







     (Foto:© Nicolas Kunath)

    Stammzellen gegen Blutkrebs: Beinahe Spenderin vom EGM

    Abiturientin unterzieht sich umfassenden Untersuchungen

    Im Frühling bekam Sabrina Hanft, K13, die Nachricht, dass ihre Blutdaten mit denen eines Krebskranken übereinstimmen. Sofort gab sie ihr Blut zur weiteren Untersuchung frei. Bis zum Sommer wartete sie auf die endgültigen Ergebnisse, die ihr Aufschluss darüber geben, ob sie tatsächlich mit ihrer Stammzellspende Leben retten kann. Um Haaresbreite wäre sie Spenderin geworden. Das Gespräch führte Nicolas Kunath.

    (Hinweis: Weiter Infos zum Thema "Stammzellspende" findet ihr unter www.transfusionsmedizin.uni-wuerzburg.de)

    Die Nachricht, dass du als Spender in Frage kommst, kam wohl überraschend. Was war dein erster Gedanke? Hattest du Angst?

    Im ersten Moment habe ich mich gefreut. Ich kam gerade von der Schule nach Hause, meine Oma hatte den Anruf von der Uni-Klinik entgegengenommen. Sie erzählte mir davon, dass meine Blutdaten mit denen eines Krebskranken übereinstimmen und dass ich als Stammzellspender in Frage komme. Die Nachricht kam überraschend, ich hatte nicht damit gerechnet, überhaupt jemals Spender sein zu können und schon gar nicht so kurz nach der Registrierung. Angst hatte ich nur, dass die Hilfe für den Krebskranken zu spät kommen könnte.


    Solch eine Nachricht gilt es erst einmal zu verarbeiten. Wem hast du als Erstes von der Nachricht erzählt? Wie hat er/sie reagiert?

    Natürlich habe ich meinen engsten Freunden sofort davon erzählt. Die fanden das alle cool, sie haben sich mit mir gefreut. Letztendlich habe ich aber jedem, der wissen wollte, warum ich kurz nicht in der Schule war, von der Sache erzählt.


    Hast du lange darüber nachgedacht, ob du überhaupt spenden sollst?

    Nein, für mich was das keine Frage: Wenn ich die Chance habe, jemandem das Leben zu retten, dann will ich das natürlich tun. Ich bin eher ein sozialer Mensch. Meine Oma, die selbst Krankenschwester ist, hat dann auch gleich in der Klinik angerufen und abgeklärt, was zu tun ist. Sie sagte zu mir: "Du machst das auf jeden Fall!" Die Blutentnahme - insgesamt zehn Kanülen teils für die Uniklinik und teils für ein französisches Labor - habe ich übrigens bei meinem Hausarzt durchführen lassen. Ein eigener Kurier hat sich dann die Proben dort abgeholt.

    Hättest du dich beim "alten" Verfahren der Stammzellgewinnung, d. h. bei erheblich höherem Operationsaufwand, auch so schnell dafür entschieden?

    Sicherlich wäre die Skepsis zu Beginn größer gewesen. Immerhin ist die Operation ja nicht gerade unaufwändig. Aber ich bin mir sicher, dass ich trotzdem ja gesagt hätte. Denn wenn man einmal bedenkt, dass für jemanden das Leben auf dem Spiel steht und ich ihm durch meinen Einsatz helfen kann, dann ist die Entscheidung klar. Im Verhältnis zu dem, was der Kranke durchmacht, ist der Aufwand gar nichts.


    Die medizinischen Abläufe sind für Laien nicht unbedingt leicht zu verstehen. Wie genau hattest du dich über die Stammzellenspende informiert, bevor du dich in die Spenderkartei hast einschreiben lassen?

    Nach der Informationsveranstaltung in der Aula habe ich erst einmal ein bisschen zum Thema "gegooglet". Ich wusste also in etwa Bescheid, was auf mich zukommen würde. Einige Einzelheiten bekommt man aber natürlich erst mit, wenn man einmal in der Situation ist.

    Viele haben Bedenken wegen der vielen Prozeduren, die man über sich ergehen lassen muss, sobald man als Spender in Frage kommt. Ist die Besorgnis gerechtfertigt?

    Bislang gab es keine Probleme. Nach der Blutentnahme war mir ein bisschen komisch zu Mute, als ich die ganzen Kanülen vor mir stehen sah. Für die Stammzellgewinnung selbst wird, so weit ich weiß, künstlich Fieber erzeugt. Vielleicht wird der Teil der Prozedur noch ein wenig unangenehmer ausfallen. Insgesamt ist aber noch nichts Spektakuläres passiert.


    Du stehst kurz vor dem Abitur. Ist der Zeitaufwand schon einmal mit deinem Stundenplan in Konflikt geraten?

    Ich habe der Uniklinik gesagt, dass ich die Stammzellentnahme erst nach dem Abi machen will. Für die war das kein Problem. Für die Blutproben habe ich nur ein paar Stunden in der Schule gefehlt, der Zeitaufwand hält sich also in Grenzen.

    Solch eine Situation hat sicherlich eine prägende Wirkung. Welche Konsequenzen für dein eigenes Leben ziehst du aus ihr?

    Für meine Lebensphilosophie hat das keine Konsequenzen. Ich bin von Natur aus ein Mensch, der sich aufopfert. Anders wird mein Leben dadurch nicht, ich bin so: Wenn ich jemandem helfen kann, dann mache ich das auch.


    Du hast gerade von deiner "Lebensphilosophie" gesprochen. Wie lautet die?

    "Und wenn du denkst, dass das Leben ein Theaterstück ist, dann such dir eine Rolle, die dir am meisten Spaß macht!"


    Viele Fragen muss man beantworten, wenn man sich in eine Spenderkartei eintragen lässt. Hast du Angst, dass die Daten, die du von dir preisgegeben hast, missbraucht werden könnten?

    Eigentlich nicht. Die Ärzte, die uns das Thema vorstellten, machten auf mich einen seriösen Eindruck.

    Welchen Tipp würdest du denen geben, die in Zukunft eine ähnliche Nachricht ereilt?

    Ich würde auf jeden Fall mit jemandem darüber sprechen, wenn mich eine solche Nachricht ereilt. Ich habe jemanden zum Reden gebraucht, weil ich damit voll bombardiert wurde. Es kam unerwartet und plötzlich.

    19.07.2007
    Nicolas Kunath


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