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    Abtei; EGM; Sonstiges




    Tabea Fieber – Reiten für behinderte Kinder

     

    Tabea Fieber (18 Jahre) ist eine der wenigen Jugendlichen, die bereit sind, eine soziale Tätigkeit ehrenamtlich zu übernehmen. Sie besucht derzeit die zwölfte Klasse des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach. Als sie fünf Jahre alt war, hat sie mit Voltigieren begonnen und seither liebt sie den Umgang mit Pferden. In der zehnten Klasse hat sie angefangen, Reiten für behinderte Kinder anzubieten. Sie war gefragt worden, ob sie daran Interesse habe, hat es ausprobiert und es habe ihr so großen Spaß gemacht, dass sie auch heute noch - zwei Jahre später - behinderte Kinder beim Reiten betreut.

    Die Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren kommen einmal in der Woche, um mit den Pferden und den Betreuern zu trainieren. Zuerst begrüßen sie ihre Lieblingspferde und helfen dann beim Putzen und Satteln der Vierbeiner. Die behinderten Kinder reiten allein auf dem Pferd, das geführt und von einem weiteren Betreuer begleitet wird, um jede Gefahr für die kleinen Reiter auszuschließen. Für schwächere Kinder besteht aber auch die Möglichkeit, zusammen mit einem Betreuer auf dem Pferderücken zu sitzen. Beim Reiten werden die Koordinationsfähigkeit und die Muskulatur der Kinder trainiert. Die Teilnehmer, die gerade nicht reiten, werden mit Spielen, wie Ringe-Werfen, beschäftigt.

    Natürlich ist nicht jedes Pferd für diese Arbeit geeignet. Die Pferde werden speziell ausgebildet und sind von eher ruhigem und ausgeglichenem Charakter. Zurzeit sind Ares, Zwerg und Lukas für diese Art von Reiten die Auserwählten.

    Derzeit kann Reiten leider nur für behinderte Kinder angeboten werden. Es hätten zwar drei andere behinderte Jugendliche sehr großes Interesse. Da diese jedoch nicht mehr so einfach auf ein Pferd gehoben werden können und auch noch keine Rampe vorhanden ist, mit der sie auf den Pferderücken gelangen könnten, kann man ihnen das Reiten hier im EGM noch nicht ermöglichen.

    Auf die Frage, warum die 18-jährige diese Betreuung anbiete, antwortet Tabea, dass es ihr Spaß mache zu sehen, wie die Kinder sich freuen und wie es ihnen hilft. Es sei ein behindertes Kind dabei, das nur mit Krücken laufen könne, wenn es zum Reiten kommt. Nach dem Training auf dem Pferd könne es auf die Krücken verzichten –zumindest kurze Zeit. „Das Reiten hebt einfach den Lebensstandard dieser Kinder“, so Tabea.

    Tabea und ihre Gruppe haben im letzten Jahr den Schulpreis für ihre soziale Tätigkeit verliehen bekommen. Auch schreibt die Schülerin ihre Facharbeit über das Reiten für behinderte Kinder.

    Als wir sie fragen, welche Hobbies sie außerdem hätte, zählt sie ganz alltägliche Dinge auf, wie sich mit Freunden treffen und Shoppen, doch auch Voltigieren. Die engagierte Schülerin leitet zusätzlich noch zwei Voltigier-Gruppen. In diesen trainiert sie Kinder, die etwa im Grundschulalter sind.

    Sie habe zwar kein eigenes Pferd, doch brauche sie dieses auch nicht. Mit den elf Pferden des EGM, bei deren Pflege sie hilft, habe sie schon mehr als genug zu tun.

    Die Schülerin wisse zwar noch nicht so genau, wohin ihr Leben sie führen wird - wahrscheinlich wird sie studieren - , doch auf die Frage, ob sie glaubt, sich in zehn Jahren noch immer ehrenamtlich zu betätigen, antwortet sie mit einem eindeutigen "Ja".

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    2009
    Hanna Wirsching und Katrin Ziegler



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