menü

 

 

Featured

  • Peer Social


    Peer Social - Das soziale Netzwerk für EGMler mit Schulaufgabenbenachrichtigung, virtueller Tour durch die Schule, Einzel- und Gruppenpinnwänden und vielem mehr...

 

 

    ältere News auf Twitter


    Abtei; EGM; Sonstiges




    Auf dem Bild ist Ute Link die Erste von links in der vorderen Reihe.
    Das Bild wurde 2007 am Evangelischen Kirchentag in Köln gemacht.
    Quelle: www.abtei-münsterschwarzach.de



    "Ich hab dann einfach ‚JA’ gesagt"

     

    Ehrenämter. Schülerlotsen, Eltern, Mönche...so viele Menschen engagieren sich, ohne dafür bezahlt zu werden, in der Schule oder im Kloster.
    Manchmal ist es uns gar nicht so klar, was sie für uns tun und wofür sie ihre Freizeit und Energie eigentlich aufbringen. Uns war es wichtig eine Person zu befragen, zu der wir einen persönlichen Bezug haben. Dabei ist uns gleich Ute Link, eine unserer ehemaligen Firmbetreuerinnen, in den Sinn gekommen.
    Mit ihr und Pater Jonathan durften wir zusammen eine sehr schöne Firmzeit hier am Egbert-Gymnasium erleben. Wir sind sehr froh darüber, dass sie sich dazu bereit erklärt hat, unsere Fragen zu beantworten.



    Wie bist Du dazu gekommen, am EGM die Firmgruppe zu betreuen?
    Durch die Freundschaft mit P. Jonathan. Er hat mich vor Beginn eures Firmkurses gefragt, weil er noch auf der Suche nach einer weiblichen Firmgruppenbetreuerin war, da die aus der vorherigen Gruppe wohl aus schulischen und beruflichen Gründen nicht mehr weitermachen konnten. Ich hab’ dann einfach "ja" gesagt und wusste auch nicht genau, wie das wohl wird, so mit den ganzen Wochenenden. Ganz alleine wollte ich das auch nicht machen und habe dann meine Freundin, die Monika, gefragt, ob sie Lust hätte, das mit mir zusammen zu machen.
    Ich habe auch schon in meiner Heimatgemeinde, in Dettelbach, bei kirchlichen Aktionen in der Kinder/Jugendarbeit mitgeholfen. Angefangen durch Veranstaltungen mit dem Kindergarten, Kommuniongruppe, Firmgruppe. Das war natürlich jeweils noch im Kindesalter, weil ja auch die Firmung in Dettelbach in der 6. Klasse stattfindet. Religiöse Themen haben mich schon immer interessiert. Ich bin in Oberfranken sehr katholisch aufgewachsen und habe dort als Jugendliche selber in der KJG mitgemacht, obwohl ich ja damals, zumindest auf dem Papier, sprich Taufschein, eigentlich noch evangelisch war. Zu meiner Zeit, in den 80ern, haben aber eher auch politische Themen das gesellschaftliche Leben bestimmt. Das waren damals die Friedensbewegung und der Naturschutz.

    Woher hast Du die Motivation, mit Firmlingen zu arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden?

    Da ich selber sehr an christlichen Themen interessiert bin und mich mit Glaubensfragen zunehmend auseinander setze, ist es mir ein Anliegen, jungen Menschen einen Anstoß zu geben, dass sie neugierig werden, was es so auf sich haben könnte mit dem christlichen Glauben. Dass sie Fragen stellen, dass sie Mut finden, sich auf den eigenen Weg des Glaubens zu machen, um dort ihre eigenen Erfahrungen zu erleben, um an ihrem Glauben wachsen zu können. Jede und jeder auf seine eigene Art. Eine Faszination der besonderen Art. Wer hätte uns da besser begleiten können als P. Jonathan? Das ganze Christsein-Wollen nutzt nichts, wenn man es nicht mit in den Alltag und mit zu den Menschen nehmen kann. Auch das tägliche Gebet fände ich ganz wichtig, Jesus als Begleiter für das tägliche Leben, das wäre schon was. Wenn das die eine oder der andere von den jungen Menschen für sich mitnehmen könnten, das wäre wirklich ein Segen. Vielleicht ein Segen, den sie später auch an ihre eigenen Kinder weitergeben könnten. Ohne Ehrenamt wäre das Leben in unserer Gesellschaft undenkbar und wirklich armselig. Ich denke da auch an das gesellschaftliche Leben in den Gemeinden, an die Trainer in Sportvereinen, Seniorenarbeit, politisches Wirken, etc. Da mir die Jugend am Herzen liegt, habe ich mich eben immer da engagiert, wo ich mich auch einbringen kann. Als Fußballtrainerin wäre ich wohl untauglich.

    Was macht Dir am meisten Spaß an deiner Aufgabe, was weniger?
    Ich liebe die Vielseitigkeit, mit der ich religiöse Themen gestalten kann. Zum einen die Bibel als Grundlage, zum anderen als Sammlerin und Finderin. Die vielen Impulse, die man bekommt, wenn man mit offenen Augen durch’s Leben geht, die eben einfließen lassen zu können; das macht mir ungeheuren Spaß. Da geht dann auch manchmal meine kreative Seite mit mir durch. Bisher hatte ich in der Firmgruppe immer genug Freiraum bzgl. der Gestaltung erhalten, so dass ich dann einen richtigen Lauf hatte, wenn ein neues Thema anstand. Wenn ich auch mal was ausprobieren darf, das finde ich toll. Vorgefertigte Anleitungen mag ich gar nicht. Das ist bei mir wie beim Kochen. Ich koche nie nach Rezept, ich hol mir nur Ideen und mach dann was draus. Wenn dann etwas gelungen ist, erfährt man ja auch so eine gewisse Erfüllung und das tut einfach gut. Ich habe jetzt auch schon ein paar Fortbildungen bzgl. Gruppenarbeit belegt und bin jedes Mal fasziniert, was alles möglich ist.

    Bereust Du es manchmal, dass Du Dich dazu bereit erklärt hast, Betreuerin zu sein?
    Die letzten zwei Firmkurse ganz sicher zu keiner Zeit. Mal sehen, wie es weitergeht. Das Konzept ist wohl jetzt ein anderes und ich bin noch nicht sicher, ob meine Art der unkonventionelleren Glaubensvermittlung dort so seinen Platz haben kann. Solange ich in der inhaltlichen Ausarbeitung der Themen nicht beschnitten werde, macht es mir Spaß und dann „opfere“ ich auch gerne meine Freizeit. Ich arbeite definitiv gerne mit jungen Menschen. Übergestülpte Vorentwürfe möchte ich in meiner Freizeit nicht ausführen müssen. Da bin ich dann nicht mehr authentisch. Beruflich gibt es schon genug Hierarchien und Verordnungen, die da wohl auch nötig sind und ihre Richtigkeit haben mögen, aber für meine Freizeitgestaltung möchte ich das nicht.


    ‚Ja’ sagen. Es ist nur ein kleines Wort, aber doch von großer Bedeutung. Oft fällt es uns schwer, uns mit anderen Menschen und ihrem Leben zu beschäftigen, ohne am Ende des Monats dafür ein Gehalt zu bekommen. Doch ohne die Personen, die genau das tun, würde uns in unserem Alltag so einiges fehlen…

    zurück zur Übersicht

    2009
    Anna Ofenhitzer und Lucia Langer



    Schreibe jetzt deinen eigenen Artikel fürs E-Paper