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    Ein Spiel im Spiel

    Das erlebt man wirklich nicht so oft, dass ein Regisseur während der Theateraufführung absichtlich dazwischenfunkt. Mit viel Witz und Pep bewiesen die Schauspieler des Oberstufentheaters am 19.1. und am 21.1. ihr Können.
    Unter der Regie von Judith Olschina wurde das Theaterstück „Die Panne“ von Friedrich Dürrenmatt zu „Die Probe der Panne“.
    Inszeniert wurde das Stück als Generalprobe, wodurch der Staub, der sich auf das mehr als 50 Jahre alte Stück gelegt hatte, aufgewirbelt wurde. Vor und während der Aufführung gibt der gespielte Regisseur Mr. Crämer (Manuel Herrlein) Anweisungen an die Schauspieler, außerdem an einen Feuerwehrmann (Jan Speth), an den Bühnentechniker Herr Oletzka (Jonas Winterstein) und an die ausrangierte Schauspielerin Chantall (Christiane Menger).
    Das eigentliche Stück handelt von dem reichen Textilien Generalvertreter Herrn Traps (Kai Baumann) nach einer Autopanne zu vier pensionierten Rechtssprechern gelangt. Diese halten ihre allabendliche Weinprobe ab, schlüpfen in ihre alten Berufe und spielen Gericht. Herr Traps lässt sich nichts ahnend auf das Spiel ein und wird zum Angeklagten. Bei der Bestandsaufnahme durch die Richterin Frau Wucht (Theresa Weippert) kommt heraus, dass der verhasste Vorgesetzte von Herrn Traps kürzlich verstorben ist und er seinen Job bekommen hat. Die Richterin und der Staatsanwalt Herr Zorn (Christian Gräb) folgern daraus, dass Herr Traps seinen Chef umgebracht hat um Reichtum zu erlangen. Traps beteuert bei einer Unterredung mit seiner Verteidigerin Frau Kummer (Christine Heuring) seine Unschuld, hält jedoch alles für ein harmloses Gesellschaftsspiel. Doch als er erfährt, dass Pilet, der vierte Pensionierte (Simon Lahrsow) früher Henker war, bekommt er ein mulmiges Gefühl.
    Im Anschluss hält der Staatsanwalt eine so mitreißende und schlüssige Rede, dass sie sogar Herrn Traps überzeugt, der Mörder seines Vorgesetzten zu sein. Die Verteidigerin versucht Traps von seinem Geständnis abzubringen, doch dieser ist durch die Bewunderung des Staatsanwaltes völlig in die Rolle des Mörders geschlüpft. Aber die Verteidigerin gibt nicht auf und hält eine ebenso einleuchtende Rede über die Unschuld ihres Mandanten. Während die Richterin über das Urteil nachdenkt zieht sich Herr Traps in den Garten zurück und trifft dort Justine (Katharina Morawa), ihre attraktive Nichte. Diese gibt in einem Gespräch zu, ihren Mann getötet zu haben, weswegen Herr Traps sich bestätigt fühlt, der Mörder zu sein, auch um ihr zu gefallen.
    Die Richterin verkündet zwei Urteile, zum Einen die Todesstrafe und zum Anderen den Freispruch, da der Staatsanwalt und die Verteidigerin beide überzeugend aufgetreten sind. Herr Traps hat die Wahl, und um seine Schuld zu beweisen geht er alleine hinaus, es fällt ein endgültiger Schuss.
    Das Debüt der Regisseurin Judith Olschina war ein voller Erfolg, nicht zuletzt aufgrund der schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller. Die Schauspieler begeisterten mit einem temperamentvollen und überzeugenden Spiel. Das gut einstudierte Stück beeindruckte auch durch die kurzweilige Handlung. Mit den gezielt eingebauten Sketchen hatten die Darsteller die Lacher auf ihrer Seite. Abgesehen von wenigen Versprechern war die Sprache deutlich, laut und verständlich. Dies alles bestätigte der tosende Applaus in der vollbesetzten Aula.

    18.5.2007
    Annemarie Menger und Annika Näck


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