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    "Ich grüße dich, du einzige Phiole!
    Die ich mit Andacht nun herunterhole"
    -Faust im Monolog-


    Die Kollegiaten des Deutsch Grundkurses der K12 haben am Mittwoch, den 28.11.2007, einen Ausflug ins Schauspielhaus Nürnberg unternommen und dort eine Vorstellung des Faust I „Der Tragödie erster Teil“ gesehen. Das Stück, von Klaus Kusenberg interpretiert, war eine moderne Inszenierung, in der sich die Handlung auf die Beziehungen von Faust zu Mephistopheles und Gretchen reduziert.

    Die Inszenierung von Klaus Kusenberg war geprägt durch ein sehr schlichtes Bühnenbild, das die Schauspieler auf der großen Bühne sehr in den Vordergrund rückte. Die innere Zerrissenheit  Fausts und die Stellung der Personen untereinander wurden durch eine schiefe Ebene dargestellt, die der Handlungsort im ersten Teil, dem Gelehrtendrama war. Nach der Pause bestand das Bühnenbild aus einem Kreuz aus Neonröhren, das ständig über der Handlung schwebte. Am Boden stand  Gretchens Bett, das ihr Zimmer darstellt. Die Handlungsorte auf der Bühne wurden durch unterschiedliche Beleuchtung eingegrenzt.

    Die Handlung beginnt damit, dass Faust mit sich selbst im Konflikt steht, da er zwar alles weiß, aber trotzdem keinen Sinn in seinem Leben sieht, kurz vor dem Selbstmord steht und dadurch Mephistopheles auf sich aufmerksam macht. Die Wette zwischen Gott und Mephisto wird dabei komplett weggelassen, so dass nur noch der Pakt zwischen Faust und Mephisto im Mittelpunkt steht. Diese beinhaltet, dass Faust Mephisto dienen muss, sobald dieser ihn dazu gebracht hat, den berühmten Satz "oh Augenblick verweile doch, du bist so schön" zu sagen. Um ihn dazu zu bewegen, bringt Mephisto ihn in "Auerbachs Keller", der durch eine Video-Einspielung eines Fußballstadions der WM dargestellt wird.

    Klaus Kusenbergs Interpretation beinhaltet ein paar Besonderheiten im Bezug auf die jetzige Zeit. Die gesamte Darstellung ist sehr modern gehalten, die Schauspieler tragen Anzug und Krawatte, keine altmodischen Kostüme aus der Entstehungszeit. Ebenso wird der ursprüngliche Text weitestgehend durch moderne Floskeln aufgepeppt, vor allem durch den . Auch die Anspielungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft schaffen einen Bezug zur Gegenwart. Zudem lässt Kusenberg weitestgehend die magischen und theologischen Aspekte des Urtextes weg.
    Das ganze Stück wird durch viele Spezialeffekte, wie die Riesenleinwand im Hintergrund der Bühne, auf der auf die Fußball-WM angespielt wird, sehr jugendlich modern in die heutige Zeit transportiert.

    Jedoch entsteht durch diese recht moderne Inszenierung das Problem, dass der eigentliche Konflikt, in dem sich Gretchen durch ihr uneheliches Kind befindet, diese damals ausweglose Situation, in der heutigen Zeit, in der der sich das Stück nun befindet, nicht mehr realistisch wirken kann. Die letzte Szene lässt den Zuschauer etwas ratlos zurück: Am Ende rollt ein Ball hinein - und niemand weiß: Was soll das sein?

    01.12.2007
    Jan Michael Stürmer


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